Ein Wort zur Pornografie

Pornografie.

Ein Thema, über das wir nicht so gerne sprechen, wie bei den meisten Themen im Zusammenhang mit Sexualität. Sich zu öffnen bedeutet verletzlich zu sein. Wer will das schon?

Aber Pornografie richtet Schaden an. Neben denjenigen, die die Verantwortung tragen und nichts Schlechtes darin sehen, erkennen viele Menschen die Problematik der Pornografie, können sie sich aber nicht davon befreien. Mit der Thematik müssen sich auch Christen in Bezug auf den in der Bibel offenbarten Plan Gottes für die Menschheit befassen.

Noch nie war es so einfach wie heute, pornografische Inhalte abzurufen. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir ungezogene Zeitschriften kaufen und der Schlange an der Kasse trotzen mussten... Heute genügen ein Smartphone und zwei oder drei Klicks um die Inhalte zu finden, die unsere sexuellen Triebe wecken.

Der Gebrauch von Pornografie ist weit verbreitet, unabhängig von unserem Alter, ob wir Männer oder Frauen sind. Zum Beispiel haben in Frankreich unter den 18-24-Jährigen 93% der Jungen und 56% der Mädchen bereits einen Pornofilm gesehen. [1]

Aber die Tatsache, dass eine Sache weit verbreitet ist, bedeutet nicht, dass sie gut ist.


Warum ist denn Pornografie ein Problem?

Eine Industrie, die die Würde des Menschen missbraucht

Auch wenn wir uns dadurch beruhigen lassen, dass die Darsteller ihrer Schauspielrolle zugestimmt haben, fügt Pornografie oft viel Schaden im Leben der an der Produktion beteiligten Personen zu. «Die Pornografie steht im Zusammenhang mit dem sexuellen Handel von Menschen, einschließlich Kindern. Gefährdete Menschen, vor allem Frauen und Kinder, werden durch das Versprechen eines Arbeitsplatzes in die Branche gelockt.»[2]


Eine Auswirkung von Pornografie besteht darin, dass sie den Menschen als Objekt, als Ware darstellt. Sie sind da, ausgestellt für den Konsum und das persönliche Vergnügen derjenigen, die sie anschauen, reduziert auf ihr Geschlecht und ihre Impulse. Aber die Menschen, die ich betrachte, sind wie ich Menschen, die nach dem Bild Gottes geschaffen worden sind.

Jesus wirkte während seiner gesamten Zeit auf Erden, um den Menschen ihren Wert in Gottes Augen zu offenbaren und um sie von allem zu befreien, was sie gefangen halten könnte.

Sollte ich also nicht über diese demütigenden Praktiken empört sein, anstatt sie mir anzuschauen?

Das Risiko der Abhängigkeit

Es ist leicht süchtig nach Pornografie zu werden. Für viele kann eine erste Erfahrung "nur um zu sehen was es ist" oder vielleicht um anderen sagen zu können, dass sie wissen worum es geht, zu einer Sucht führen, aus der sie nur schwer wieder herauskommen. Ich persönlich habe mir mit 14 Jahren zum ersten Mal pornografische Inhalte angesehen, nachdem meine Klassenkameraden darüber sprachen und mich hänselten, weil ich noch nie zuvor Pornografie gesehen hatte.

Je mehr man sich Pornografie ansieht, desto unempfindlicher wird man gegenüber den Bildern, die man sieht, was dazu führt, dass man sich nach immer größeren und intensiveren Inhalten sehnt. Die Sucht ist da.

Der Apostel Paulus hat in 1. Korinther 6,12 diesen weisen Spruch gesagt: «Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.»

Bist du in der Lage, einen Tag lang auf pornografische Inhalte zu verzichten? Eine Woche? Einen Monat? Ein Jahr? Hilfestellungen dazu findest du weiter unten.

Ein verzerrtes Bild von Sexualität

Für Christen ist Sexualität ein schönes Geschenk Gottes an die Menschen. Der Geschlechtsverkehr dient natürlich der Fortpflanzung, aber auch dem Vergnügen mit seinem Partner / seiner Partnerin.

In der Bibel können wir lesen und verstehen, dass ihr Platz in einer Beziehung zwischen Mann und Frau ausgeübt werden muss, die sich gegenseitig nach Gottes Bild lieben und respektieren. In der Welt der Bibel schafft die sexuelle Beziehung eine regelrechte Vereinigung zwischen den beiden Menschen. Das Buch "Hohelied der Liebe" gibt eine schöne Perspektive dazu: Die sexuelle Beziehung findet im Rahmen einer auf Liebe basierenden Beziehung statt. Es geht nicht darum, den Partner zum eigenen Vergnügen auszunutzen.

Im Gegenteil dazu stellt die Pornografie eine Sexualität dar, in der die physische Erscheinung des Menschen von den anderen wertvollen Eigenschaften, die er besitzt, getrennt wird: ein Herz, eine Seele, eine Intelligenz, eine Persönlichkeit.

Da die Szenen darüber hinaus die Erregung und das sexuelle Verlangen des Zuschauers wecken/antreiben sollen, sind sie sehr oft weit entfernt von der Realität dessen, was ein liebendes Paar während einer sexuellen Beziehung erleben könnte.

Indem Pornografie zu einer Quelle sexueller Informationen wird, trägt sie zur Konstruktion sexueller Verhaltensweisen und Erwartungen bei, die in einer Partnerschaft wahrscheinlich keinen Platz haben werden. Dies kann katastrophale Folgen für das Sexualleben eines Paares haben.

Ausserdem kann Pornografie, indem sie Schauspieler und Schauspielerinnen zeigt, die physisch makellos sind (je nach Kriterien), Komplexe bei den Zuschauern fördern. Jeder dritte Mann hat bereits beim Anschauen eines Pornofilms Komplexe wegen der Größe seines Penis bekommen. [1]


Was in der Pornographie zu sehen ist, entspricht nicht der Realität und ist nicht anstrebenwert.

«Frauen und Männer sollten in einer auf Liebe basierenden Beziehung als Personen respektiert werden und nicht wegen der Größe oder Perfektion ihrer sexuellen Körperteile.» [2]


Wo stehst du?

Wenn du noch nie pornografische Inhalte gesehen hast

Kein Grund, es zu versuchen. Man muss sich vor anderen nicht schlecht fühlen und es ist überhaupt nicht peinlich, wenn man die Erfahrung nicht gemacht hat. Der beste Weg, um nicht von etwas abhängig zu werden ist, es nie zu versuchen.

Wenn du manchmal pornografisches Material gesehen hast

Vielleicht bringt dich einer der oben genannten Punkte dazu, damit aufzuhören. Ist dies für dich möglich?

Wenn du das Gefühl hast, dass du pornosüchtig bist...

Vielleicht bist du wie viele junge Menschen deiner Generation. Wichtig ist, Schritte zu gehen, die es dir ermöglichen, dich dagegen zu wehren: Lasse z.B. deinen Computer in Gemeinschaftsbereichen stehen, sperre die Websites, die du regelmäßig nutzt, usw.

Es ist auch wichtig, eine Vertrauensperson zu finden, mit der du darüber sprechen kannst und konkrete Schritte planen kannst. Jemand, der auch für dich beten und dich ermutigen wird. Dein Pastor, dein bester Freund. MOVE-Mitglieder stehen dir ebenfalls zur Verfügung, um zuzuhören und zu unterstützen.

Um der Pornografie den Rücken zu kehren, war für mich entscheidend meinen besten Freunden Rechenschaft ablegen zu müssen und ich wusste, dass sie mich im Gebet tragen.

Denke daran, dass ein Rückfall eine gute Gelegenheit ist, wieder auf die Beine zu kommen und zu wachsen.

Schlussfolgerung

Auf Erden verkündete Jesus die Vergebung der Sünden und rief die Menschen zur Freiheit auf. Er starb aber er ist wieder auferstanden (#Ostern) und er lebt noch heute, um zur Ehre Gottes das zu verwandeln, was in unserem Leben verwandelt werden muss.

Der Zweck von Jesu Leben, Tod und Auferstehung besteht darin, die unvollkommene Schöpfung wiederherzustellen, um sie mit dem vollkommenen Gott zu versöhnen. Dazu gehört die Wiederherstellung der Geschlechterbeziehungen und der Sexualität. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, in dem du deinen Platz als Kind Gottes hast.

Es ist Gottes Wunsch, dass wir ihn durch unsere Entscheidungen und Handlungen ehren. Dafür gibt er uns seinen Geist, damit wir seinen Willen kennen und versuchen, ihn in die Tat umzusetzen.

In Jesus bietet er uns auch seine Gnade an. Seine Gnade, die es uns erlaubt, mit Zuversicht voranzukommen, im Wissen, dass wir geliebt sind, uns vergeben wird und wir angenommen sind egal was passiert. Unsere Hoffnung ist, dass Jesus eines Tages alles so wiederherstellen wird, wie Gott es ursprünglich beabsichtigt hatte. Währenddessen...

«Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.»

Micha 6,8



Valentin dos Santos




[1] https://www.gqmagazine.fr/sexactu/articles/les-chiffres-du-porn-de-quoi-parle-t-on-/63370

[2] Collectif, Pornographie : le vrai, le faux et l’espérance, Montbéliard, Éd. Mennonites, 2017, p.34

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